São Jorge

São Jorge

Wir starten nach einer Nacht vor Anker von Angra do Heroísmo. Und erneut ist traumhaftes Segeln auf den 65 Seemeilen nach Velas auf São Jorge angesagt. In Velas angekommen sind wir wieder einmal von der Freundlichkeit der Hafenmeister auf den Azoren begeistert. Kurzer Anruf, der sofort beantwortet wird, alles klar, ein Platz frei. Langsam leeren sich die Häfen, die große Menge an Segelbooten die von der Karibik kommen ist durch. Der Hafen von Velas ist wunderschön, wie in einer Calanque liegt man perfekt geschützt, von einer grünen steilen Felswand empfängt uns ein Vogelkonzert.

Noch nie haben wir in einem Hafen so sauberes, klares Wasser gesehen. Der Watermaker kann jederzeit laufen, wir müssen nicht einmal Tide abwarten.

Bei der Anmeldung im Hafenbüro erfahren wir, das in den nächsten Tagen ein großes Festival stattfindet ( ebenso auf São Miguel und Terceira) – irgendwie scheinen wir den Feierlichkeiten hinterher zu segeln, obwohl wir gar nicht so großen Wert auf den Trubel legen.

Der Hafenmeister gibt uns wunderbare Informationen zu seiner Insel, schönste Fajas, beste Badestellen, bester Käse und Kaffee und Restaurants, die in keinem Führer und auch nicht bei Tripadviser stehen – alle Tipps werden sich als wahre Geheimtipps herausstellen… auch eine relativ günstige Autovermietung macht er für uns klar. ( hier auf den Azoren sind wir jedesmal geschockt über die Preise)

Velas ist schön, der Ortskern ist freundlich und beschaulich, am schönsten ist es aber im Hafen selbst. Wir verstehen nicht ganz, warum die kosmopolitische Seglergemeinde dennoch lieber Faial und somit Horta ansteuert. Wir werden es noch rauskriegen.

Sobald es Dunkel wird, startet ein Konzert der besonderen Art. Tagsüber noch weit draußen auf dem Meer zur Nahrungssuche, versammeln sich die Gelbschnabel- Sturmtaucher dann zur Dämmerung im Wasser. Sobald es ganz dunkel ist, fliegen sie mit seltsam

heiserem, quäkenden Geschrei, der an ein „Aua aua Äh“ erinnert, an den Klippen umher und suchen ihre Nester auf.

https://youtu.be/d97uQCDV29I

In den nächsten Tagen erkunden wir die 56km lange und 8 km breite Insel. Wegen des spektakulären Hochlandes und der traumhaften Fajas ist São Jorge eine der attraktivsten Wanderinseln der Azoren. Fajãs sind Ebenen, die sich am Fuße der steil abfallenden Küsten und meist nur wenige Meter über dem Meeresniveau ausbreiten. Hier sind die schönsten Orte der Insel: Fajã dos Cubres, die Fajã da Caldeira de Santo Christo und die Fajã de São João. Von der Fajã dos Cubres wandern wir zur Fajã de Santo Christo. In der Meerwasserlagune werden Muscheln (Amêijoas) gezüchtet. Es ist die einzige Stelle auf den Azoren, wo man sie vorfindet. Sie sollen eine Spezialität der Insel sein, sehr selten zu bekommen, denn die Muscheln stehen unter Schutz und werden nur in kleinsten Mengen geerntet. Sollten wir hier auf São Jorge endlich mal was richtig Gutes zu essen bekommen?

Von den Feierlichkeiten in Velas bekommen wir nicht allzu viel mit, die guten Konzerte starten erst gegen Mitternacht, ein bisschen hören wir etwas davon im Hafen auf dem Boot.

Ein ganz anderes Ereignis zieht uns viel mehr in den Bann – im Hafen von Velas findet eine Thunfischversteigerung statt und wir dürfen dabei sein. In einer Halle stehen hundert nummerierte Kisten mit ein oder zwei Thunfischen bereit. Ein großer Bildschirm zeigt die Nummer an, dann geht es los mit dem Anfangspreis der abwärts zählt. Wer am schnellsten ist, bekommt den Zuschlag. Es ist mucksmäuschenstill – das haben wir uns ganz anders vorgestellt. Jeder potentielle Käufer hat eine kleine Fernbedienung in der Hand und bestätigt somit seinen Kauf. Wir selbst dürfen leider nicht mit bieten, finden aber heraus, dass später im Supermarkt der Thunfisch dann zum Verkauf steht – für den dreifachen Preis, aber immer noch unglaublich. günstig. Wir freuen uns jetzt schon auf Sashimi!

Der Hafenmeister hat mir auf der Karte ein Restaurant angekreuzt, das beste der Insel, er und seine Frau gehen dorthin, wenn es was zu feiern gibt. Ich finde es weder bei Tripadviser noch in irgendeinem Reiseführer. Mit dem Mietwagen machen wir uns auf die Suche, finden es und reservieren einen Tisch. Man empfängt uns abends mit einem einzelnen gedeckten Tisch auf der Terasse. Das Restaurant innen ist voll. Es gehört zu einem Resort Cantinho das Buganvilias und ist durch Reisegruppen und Hotelgäste so gut wie immer ausgebucht. Mit herrlichem Blick auf den Pico und die Bucht von Velas sitzen wir wunderschön und entdecken auf der Karte sogar die Santo Christo Muscheln. Die Rocklobster gibts leider nur auf Bestellung. Das beste portugiesische Essen auf den Azoren, immerhin (was aber nicht all Zuviel bedeutet)

Das Beste an Kulinarischen was São Jorge zu bieten hat, ist dann doch der Käse von der Käserei Lourais, ebenfalls ein Tipp vom Hafenmeister. Ist ja nicht umsonst die „Insel des Käses“

Wir haben immer einen Blick auf Windy und warten auf ein gutes Wetterfenster nach Flores. Und da ist es auch schon: auf gehts: 150 Seemeilen liegen vor uns.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s