São Miguel

São Miguel

Etwas wehmütig nehmen wir Abschied von Santa Maria. Mit perfektem Halbwind starten wir unsere Miniregatta mit der SY Annamera. Wir entscheiden auf Punta Delgada Kurs anzulegen. Der Hafen kommt im Hafenführer nicht sonderlich gut weg, Möwen und der Schwell scheinen hier die Macht übernommen zu haben. Jedoch ist in den nächsten Tagen ein heftiges Tief mit Sturm angesagt und der Hafen liegt günstig. Nach wunderschönem Segeln, Schildkröten und Delphinen kommen wir an, finden einen guten Platz und lotsen kurze Zeit später die Annamera neben uns. Nette Nachbarn rechts und links, keine Möwen in Sicht und kaum Schwell – hier bleiben wir und warten das Sturmtief ab. Die Box ist überdimensional groß und Matthias legt die Leinen, dass wir sicher wie eine fette Spinne in ihrem Netz liegen. Ein kurzer Gang durch die Stadt, Auskuck nach einem japanischen Restaurant und die Anmeldung bei den ausgesprochen netten Marineros. Da man hier tatsächlich von einer Stadt sprechen kann machen wir uns am nächsten Tag auf die Suche nach einem größeren Geschäft. Wir hatte in den letzten Tagen zwei herbe Verluste erlitten. Unsere Meinungen gehen da auseinander, ich hab den Grill betrauert, Matthias bitterlich dem Staubsauger hinterher geweint. Also gehen wir einen Staubsauger suchen. Falsche Priorität. Ein neuer Akkusauger, (und morgendlicher Nervtotwecker) ist gefunden. Mit Eno (Grillhersteller) gibt es einen regen Mailverkehr, nette Mails von mir in französisch und dann eine forsche Mail in englisch von Matthias. Eno will für Ersatzteile ein Vermögen. Zum Glück finden wir noch die Garantiekarte – die Mails werden wieder netter – wieder auf französisch und die kostenlosen Ersatzteile sollten jetzt unterwegs sein.

Der Anruf beim Japaner sichert uns den letzten freien Tisch des Abends. Wir sind gespannt und uns tropft der Zahn. Es ist fast ein Jahr her, dass wir unsere Lieblingsküche genießen konnten. Und wir sind hin und weg. Ja teuer, aber fantastisch. Das neun- Gänge- Menü kitzelt unseren Gaumen und wir sind von jedem einzelnen Gang begeistert.

Für die nächsten zwei Tage ist ein Mietwagen gebucht und wir machen uns mit Anett und Peter auf die Entdeckung der Insel.

São Miguel

Wie so oft wollen wir uns mit dem Mietwagen einen groben Überblick über die Insel verschaffen und dann später die schönen Ecken genauer erkunden. Am ersten Tag steht das Innere des Inselwesten im Fokus. Das Schnellprogramm führt uns vorbei an vielen Kraterseen. Die schönen Aussichtspunkte teilen wir uns mit unzähligen anderen Touristen, oft ist es schwierig noch irgendwo einen Parkplatz zu finden. Das Wetter ist wie so oft enttäuschend, hauptsächlich bewölkt, eher kühl. Wo ist das Azorenhoch? Am nächsten Tag geht es über Vila Franca do Campo. Ein nettes Städtchen, aber vor allem interessieren hier die Ankermöglichkeiten. Auf dem vorgelagerten Inselchen bildet der kreisrunde Kratersee eine natürlichen Pool – auf unserem Rückweg wollen wir auf jeden Fall den Anker werfen. Weiter geht es nach Furnas. Der beschauliche Ort liegt inmitten eines paradiesischen Tals. Im Terra-Nostra-Park lustwandeln wir. Die wunderschöne Parkanlage sollte man auf keinen Fall verpassen. Die Landschaft macht schon Lust auf Wanderungen, jedoch bei Wolken und Regen können wir uns nicht so recht aufraffen.

Wir nehmen in den nächsten Tagen nochmal den Bus, Vila Franca do Campo wollen wir uns nochmal genauer anschauen. Wir steigen aus und es fängt an zu schütten. Schnell die nächste trockene Bar gesucht und Karten auf den Tisch – mit Peter und Anett kommen da Erinnerungen an Klassenausflüge auf. Es hört auf zu regnen, ein bisschen Schlendern durch die Gassen, es fängt wieder an zu regnen, auf ins nächste Restaurant, was Kleines essen und Karten auf den Tisch.

Das Spiel passt zu dem Wetter: Rauf und runter. Es wird Zeit zum Weitersegeln. Eine erneute Miniregatta mit der SY Annamera soll uns nach Terceira leiten. Wir hoffen, dass irgendwann nochmal der Knoten platzt, so richtig haben die Azoren bei uns noch nicht gefunkt. Vielleicht ja in Praia da Vitória, dort soll man ja zumindest mal schön Ankern können.

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