Unterwegs auf Santa Maria 1

Unterwegs auf Santa Maria 1

Wir erkunden die Insel mit einem Mietwagen – bei so einer „riesigen“ Insel – mit ca. 14 Kilometern Länge und 7 Kilometern Breite, haben wir ihn vorsichtshalber für zwei Tage gebucht. Das war auch gut so, von so vielen schönen Aussichtspunkten will die Insel bestaunt werden, viele Hortensien in allen Farben und Formen werden bewundert. Ein kurzer Lunch-Stop in São Lourenço entwickelt sich zu einem langen Aufenthalt mit Schwätzchen mit dem Besitzer, der uns gleich noch einen fantastischen grünen Wein anbietet. Noch hat er Zeit sich um seine Gäste ausführlich zu kümmern, noch steckt die Insel in einem herrlichen Dornröschenschlaf der Vorsaison. Die Fischsuppe für zwei Personen hätte für eine Grossfamilie gereicht und schmeckt so fantastisch, dass wir scheu fragen, ob wir den Rest mitnehmen dürfen. Auf take away ist hier niemand eingestellt, so finden wir uns auf einmal mit dem ganzen Topf in der Hand wieder, entweder bei Freunden in der Nähe der Marina abzugeben, oder einfach morgen wieder bringen. Hier kennt jeder jeden – ein Topfklau wäre wahrscheinlich das Inselgespräch der nächsten zwei Jahre. Am nächsten Tag fahren wir wieder mit „unserem“ Topf vorbei und bestellen ein Refill.

Das Hafenleben hier ist familiär – überall werden Bekanntschaften gemacht, wir verbringen schöne Abende mit Wolfgang von der Samji und von zwei agilen Norwegern holen wir uns Wandertipps.

Auf einem traumhaften Wanderweg geht es von Vila do Porto über den einsamen Strand Prainha nach Praia Formosa. Wir geniessen fantastische Ausblicke auf die Küstenlinie und auf verwunschenen Pfaden, in fast mediterran anmutender Vegetation, laufen wir bergab zu einer der schönsten Buchten der Azoren. In Rio Formosa hat heute den ersten Tag die Bar geöffnet, ein kleines Wegebier haben wir uns verdient und dann wollen wir den Rückweg per hitchhiking wagen. Das erste Auto hält, wo wir denn hin wollen, ach so nach Vila do Porta, ja da fährt er uns gerne hin, er hat Zeit. Schon nach kürzester Zeit sind wir in die Insulaner verliebt, wirklich jeder freundlich und herzlich. Am nächsten Tag wollen wir wieder losziehen, mal sehen, welche schöne Wanderung uns diesmal gelingt.

Wir laufen hoch ins Örtchen, halten den Daumen raus und schauen mal wo es hingeht. Carola, eine ausgewanderte Deutsche, nimmt uns mit bis São Pedro – die Fahrt war leider viel zu kurz, wir hätten gern noch mehr über die Insel erfahren. In unserem Gedächtnis wird die Antwort auf unsere Frage bleiben, was man denn hier im Winter mache: „Viel lesen und aufpassen dass das Feuer nicht ausgeht“.

Weiter geht es zu Fuss bis Santa Barbara, wunderschöne Ausblicke auf die Küste, wir passieren auf unserem Weg friedliche Gehöfte und werden überall nett gegrüsst. In Santa Barbara hat die Bar geöffnet und nach zwei Bierchen halten wir den Daumen wieder raus und hoffen irgendwie zurück in die Marina zu kommen. Zum Trampen sei noch gesagt: falls ein Auto kommt, hält es auch an und fährt dich wohin du willst. Falls ein Auto kommt…. aber das kann hier schonmal eine Stunde dauern.

Endlich angekommen, bleibt die Küche kalt – wir verfallen in der Hafenbar den wunderbaren Lapas, in Olivenöl und Knoblauch gegrillten Napfschnecken.

Nach Santa Barbara wollen wir unbedingt nochmal zurück, von dort beginnt ein toller Rundwanderweg. Das auf so einer kleinen Insel soviel zu entdecken ist, hätten wir nicht gedacht. Trotzdem soll es in ein paar Tagen weitergehen

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