Die Austernsammler

Die Austernsammler von Cualtra

In Tavira müssen wir die Zelte abbrechen, die Super-Springtide kommt, was für uns bedeuten würde, dass wir im Schlamm(-assel) steckenbleiben. Das Anker-auf-Manöver dauert eine halbe Ewigkeit länger als geplant. Glücklicherweise hilft ein netter Ire vom Nachbarboot, unseren Anker von einer abgesoffenen alten Boje, geschätzten tausend Metern Angelschnur, und einer Muschelbank – und nicht zu vergessen – unserer Dynemaleine (von unserer eigenen Ankerboje) zu befreien. Unsre Ankerboje war allerdings gar nicht mehr da. Im Wasser aufgelöst oder von den Muscheln verdaut? Wer weiß.

Hommage an Walter

Wir segeln gemächlich zurück nach Culatra, dort sollte noch die berühmte Handbreit unter dem Kiel zu finden sein und außerdem haben wir dank Dörte und Felix von der „Festina Lente“ den Kontakt zu einem begnadeten Austernsammler herstellen können, der angeblich nicht nur ein Adlerauge zum Austern erspähen sondern auch ein gutes Händchen und Näschen für die portugiesische Austernzubereitung hat. Zu unserem Glück lag diese Austernkoryphäe auch gerade vor Culatra auf seinem Katamaran Fran Arc 2, Walter meinte zwar in seiner E-Mail dass es zur Zeit ganz schlecht für Austernsuche sei, da die Konkurrenz zu groß ist, aber meinem Wunsch nach einer theoretischen Austernvorlesung kam er gerne nach.

Das erschde Dreffe war dann eher ein Gombagtseminar in Weinvernichdung, unser neuer fränggischer Freund mussde einfach sofoad von uns in Herz geschlosse werde. Am nächste Dag hadd er uns dann under seine Fiddische genomme un uns in die Ausderngeheimnisse eigführd. Schön bei Ebbe und midde im Schlamm, indem man gerne mal stegge bleibd und sei Schuh verlierd, habe dann Maddias ungefähr eine, ich fünf und Walder ca 30 Ausdern gfunde. Walder had uns seine abgegebe. DangGe.

Wieder zurück auf dem Boot hat Matthias eine geniale Klärvorrichtung für die Austern erfunden, ein zwei Tage dürfen sie noch bei uns weiterleben. Längerfristige Überlebens-Chance liegt allerdings wegen Genusssucht bei 0 Prozent.

Nachmittags kam dann Walter nochmal vorbei. Wein ist geflossen, Geschichten wurden erzählt und wenn Walter ein Buch veröffentlichen würde, könnte ich es bedingungslos empfehlen, leider schreibt er aber nicht.

Seine Erzählungen unter anderem zu der Planung und dem Bau seines Katamarans, waren so spannend, dass wir nun natürlich auch mal gerne die Fran Arc 2 aus der Nähe betrachten wollten. Spannend natürlich auch immer die Diskussionen wenn ein Segel-Traditionalist auf solche Warmduscher-Segler wie uns trifft. Marke Eigenbauboot gegen Weichei-Boot. Man könnte meinen, dass hier dann unfeine Grundsatzdiskussionen starten, aber so war es nicht. Wir haben dem fränkischen Seebären interessiert gelauscht, viel gelernt und tolle Stunden gehabt.

Am nächsten Tag sind wir dann mit unserem Austernkörbchen und einer Flasche Wein über das große Ankerfeld zu Walter.

Erstens wollten wir natürlich unbedingt den Katamaran besichtigen und zweitens wollten wir die Austern Portugiesisch à la Walter kochen.

Die Fran Arc 2 entpuppte sich als wunderschöner gemütlicher Holzkatamaran, auf dem sich fantastische Stunden füllen lassen und auf dem ich die besten gedünsteten Austern gegessen habe. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob sie der klassischen rohen Variante den Rang ablaufen.

An dieser Stelle: schön dass es dich gibt Walter, vielen Dank für die kurzweiligen Stunden und hoffentlich bis nächstes Jahr. Pass auf dich auf in dieser gefährlichen Bucht 😉!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s