Schöner geht immer – Tavira

Schöner geht immer – Tavira

Wir wollen einen Ortswechsel, jedoch Ria „FAMOSA“ noch nicht verlassen – ein paar Seemeilen östlich lockt Tavira, ein weiterer schöner Ort und wieder eine vorgelagerte Insel wie aus einem Bilderbuch. Außerdem habe ich im Internet sehr schöne Berichte über einen Ankerfriedhof am Praia do Barril gelesen, vielleicht können wir ein kleines Kreuz für Hecki 1 aufstellen. Also los gehts.

Die Einfahrt von Tavira nehmen wir kurz vor Hochwasser und vorbei am Clube Nautico, ganz am Ende des Bojenfeldes, neben der roten Bake Nr. 6 werfen wir den Anker. Wie bei nahezu jedem Anlege -und Ankermanöver heißen uns 25 Knoten Wind herzlos willkommen. Diese Nacht und die folgenden schläft der Wind nicht wie bisher pünktlich zum Sonnenuntergang ein, sondern frischt auf und jault mit 30 Knoten durch den Kanal. Hier ist alles anders, die Strömung kämpft gegen den Wind und gewinnt, am Anker kommt der Wind von achtern oder von der Seite – ziemlich ungemütlich. Drei Tage später wollen wir etwas Wind zurück: wir haben die Hitzewelle nun auch endlich mal live und nicht nur von Berichten aus Deutschland.

Tavira entpuppt sich als das schönste Städtchen, was wir bisher hier gesehen haben. Man gelangt dorthin, indem man entweder den Daumen raushält (wem 1,5 km zu weit / heiß zum laufen ist), die Fähre nimmt oder bei ruhigem Wetter mit dem Dinghi hochdüst. Der Fluss Rio Gilão schlängelt sich unter mehreren Brücken durch Tavira. Schöne Cafés, Restaurants und Märkte lassen keinen Wunsch offen. Die schmalen Gassen und die schattigen Plätze kann man auch gut bei diesen hohen Temperaturen ertragen. Die Stadt macht Siesta, die Touristen sind an den Stränden, von denen es hier genügend gibt.

In die andere Richtung gibt es noch das Fischerdorf Santa Luzia -„die Hauptstadt des Tintenfisches“. Natürlich fahren wir mit dem Beiboot dorthin um das Treiben der Fischer zu beobachten, die ihre erbeuteten Schätze in kleinen Tonkrügen an Land bringen.

Wir freuen uns darauf, den frischen Pulpo zu kosten – naja ☹️

Und noch eine Seemeile weiter ist der Praia do Barril mit seinem Ankerfriedhof, einem Denkmal auf der Ilha de Tavira zur Erinnerung an die Zeit des Thunfischfangs an der Algarve. Die dort in die Dünen eingegrabenen Anker wurden beim Thunfischfang zum Befestigen der Netze am Meeresgrund verwendet. Wir warten einen windstillen Spätnachmittag ab und bei glattem Wasser kommt das Beiboot ins Gleiten und wir pesen los. Langsam gehen uns allerdings die schwächelnden 6 PS unseres Aussenborders auf den Zünder, die Wege in den Lagunen sind lang und wir kommen uns manchmal wie ein Rentnerehepaar auf Kaffeefahrt vor.

Wir legen am Steg an und wie bestellt wartet schon die kleine Bimmelbahn, die den Kilometer durch die Wattlandschaft schleicht, neben den Schienen kommen uns zig Strandwütige entgegen, die ihren „Arbeitstag“ beendet haben. Nach unseren Internetrecherchen erwarten wir kleine ehemalige Fischerhütten, die liebevoll zu Cafés, Restaurants und Geschäften umgewandelt wurden. Das Licht wird immer schöner, wir hoffen einen schönen leeren Strand zu finden, ein paar stimmungsvolle Fotos vom Ankerfriedhof zu schießen und einen perfekten Sundowner in einer gemütlichen Bar zu nehmen.

Pustekuchen

Zwei riesige Kantinen offerieren Einheitsbrei und aufs Meer kann man auch nicht wirklich schauen. Egal, wir verdrängen unsere Enttäuschung mit einen Wein, machen unsere Fotos und zischen ab, nicht schlimm – es gibt ja andere schönere Plätzchen, ganz in der Nähe.

Den perfekten Platz für einen Sundowner finden wir am nächsten Tag am Praia da Terra Estreita. Der Strand ist an der engsten Stelle des Sandgürtels gelegen. Wir sind fast allein und genießen die Wellenmusik des Atlantiks.

Für Segler:

– Revierführer Atlantic Spain and Portugal ist dürftig

sea-seek.com hat kostenlose PDFs in französisch und englisch

– Anlegestelle für Dinghis ist am Clube Nautico, in Tavira muss man sich mit und zwischen den Fischerbooten arrangieren.

– C-Map zeigt nur Flachwasser ohne Tiefenangaben, Navionics hat differenziertere Angaben

– viele Bojen sind frei, können also genutzt werden

– Ankern ist gut möglich Nähe der Barke Nr. 6 (Kanal Richtung Santa Luzia ) oder direkt bei der Einfahrt, Boote mit geringem Tiefgang können den Kanal noch weiter Richtung Santa Luzia befahren, und zum Beispiel beim Anleger für Praia Estraita ankern

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