Bankrutschen einmal anders

Bankrutschen einmal anders

Nach einer Woche Lagos sagen wir Tschüss zum Marina-Leben und das wird auch Zeit. Versteht mich nicht falsch, wir haben das sehr genossen, schnell zu Fuß mal ins Städtchen oder noch schneller in den nächsten Pub. Die Engländer, anfangs nur rot wie breit (britische Segler ausgenommen), wurden dann doch unsere Freunde. Wenn sie eins können, ist es feiern und wer macht das nicht gerne. Am ersten Tag schaut man noch konsterniert, am zweiten findet man die Engländer zwar immer noch peinlich, aber auch irgendwie liebenswert, am dritten Tag feiert man vorsichtig mit und am vierten geht man freiwillig zur Karaoke, dass am fünften Tag dann eifrig „H.t.f. is Alice“ mitgegrölt wird, verrate ich nicht und Videobeweise werden auch nicht gepostet!

Jedenfalls wurde es höchste Zeit die Reissleine zu ziehen.

Unser Ziel war Alvor und weil wir jetzt ja wieder ankernd unterwegs sind, müssen wir uns hier intensiv mit den Gezeiten beschäftigen. Der Tiedenhub ist bei 2 Metern plus minus, wenn man also bei Hochwasser irgendwo reinfährt muss man selbstverständlich den Anker so werfen, dass der dann bei Ebbe nicht aus dem Wasser ragt.

Um nach Alvor zu fahren sollte man Ortskenntnis haben, richtige Karten auf dem Plotter und eine genaue Beschreibung im Revierführer. Super, wir dachten, wir haben alles und hatten NICHTS.

Die Einfahrt haben wir profimässig bei halber Flut genommen, sind dann brav der Betonnung gefolgt, die mit Revierführer und Karte übereinstimmt. Mit der Konsequenz dass wir ca 150m vor der Grünen Tonne sanft abgestoppt worden. Wir wurden also zu Schlickrutschern und durften beobachten, wie die Einheimischen ein paar Meter von uns entfernt fröhlich durch Tiefwasser fuhren. Natürlich trösteten sie uns, dass das Wasser ja bald steigen würde, abwarten und Bier trinken, und wir spätestens in einer Stunde frei wären.

Bei unserem „Freund“ und Autor des Revierführers, Henry Buchanan, stand dann auch noch zwischen den Zeilen: „an added complication is that buoy positions inside in the Rio Alvor have been reported to be out of position on occasions over the years. Local advice should be sought.“

Schade dass seine Karte nicht „as reported“ upgedatet wurde. Danke schön.

(Danke auch an Matthias, dass er diesen Beitrag freigegeben hat – ist ja schon eher eine kleine Blamage dass wir „Sitzengeblieben“ sind. )

Jedenfalls waren wir kurze Zeit später wieder frei, der Ankerplatz ist wunderschön. Die ganze Landschaft verändert sich innerhalb von Stunden, hat man gerade noch das Gefühl inmitten von Wasser zu sein, steht man ein paar Stunden später in einem kleinen, stillen See – das Land ist näher gekommen, Muschelsammler graben Sand und Schlick um, die Vögel marschieren auf und geben Konzerte. Reiher und Störche tanzen im Reigen. Ein paar Stunden später und alles war wie ein Traum. Vergänglichkeit und Wiederkehr sind zu beobachten.

Das Städtchen: urgemütlich- auch hier alles fest in britischer Hand. Das verspricht auch super Küche, ohne Ironie: wo die sind, gibt es echt gute Inder und Steakhäuser. Und Sportbars und Fussball ! Yeah!

Leider müssen wir nach zwei Tagen schon wieder los, in Faro landet Besuch aus Deutschland. Aber wir kommen ganz sicher wieder hierher.

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