Gran Canaria – überraschend grossartig

Gran Canaria – überraschend großartig!

Alle Formalitäten erledigt- wir sind bereit für die Entdeckung Gran Canarias. Wir fangen erstmal klein an mit Las Palmas. Nicht wirklich überzeugend, aber die Altstadt hat einige nette, versteckte Plätze und Gassen, die man sich anschauen kann. Spannend wird es am Weststrand von Las Palmas: während wir windgeschützt und relaxt bei einem guten Copa de Vino Blanco verweilen, beobachten wir die halsbrecherischen Versuche der Surfanfänger und das sehenswerte Aufdenwellendahinschweben der Könner. Den Rest der Stadt erkunden wir im Schnelldurchlauf mit Hop on Hop off. Da kommt jeder auf seine Kosten, man kann sich einen Überblick über die Stadt verschaffen oder ein kleines Nickerchen halten.

Das Abenteuer geht dann erst richtig mit dem Mietwagen los: und wir sind schon nach den ersten Kilometern begeistert. Das Landesinnere von Gran Canaria läuft bis dato dem bisher Gesehenen der Kanarischen Inseln den Rang ab. Wir landen als erstes im Wallfahrtsort Teror und können unser Glück kaum fassen – ohne Ziel losgefahren und sofort einen Volltreffer gelandet. Ein verwunschenes Bergdorf wie aus dem Märchen… hinter den sieben Bergen.

Unsere Augen erfreuen sich an der Landschaft, vor allem das Grün ist so wohltuend nach all den Ockertönen. Wir saugen den Sauerstoff tief ein und huldigen dem Chlorophyll. Wir fahren weiter durch atemberaubende Berglandschaft zum höchstgelegenen Dorf Artenara.

Aufgepumpt mit gesunder Luft und voller grüner Power gehen wir dort in ein kleines niedliches liebevolles vegetarisches Restaurant: eine Biocrepería. Sieht gut aus, schmeckt lecker, regt das Verdauungssystem mehr an, als uns lieb ist – und macht zumindest uns: Fleischeslust (ich denke dabei an ein schönes knochengereiftes Schweizer Rinderfilet- aber man kann nicht alles haben).

Wir tauchen immer mehr ein in diese Welt voller Schluchten, ein berührender Ausblick jagt den nächsten, wir können die Augen kaum von dem markanten Felsen Roque Nublo lösen und ich bin froh, dass Matthias so ein grandioser zweiter Niki Lauda ist- sonst hätten wir die Abgründe, näher als uns lieb ist, kennengelernt. Wir landen in Tejeda, ein auf den zentralen Gipfeln gelegener Ort und sind fasziniert von der Ruhe und Beschaulichkeit. Wir lassen uns nicht allzu viel Zeit um den Ort zu erkunden, das Licht ist selten so wunderschön und wir wollen dies nutzen, um den „Stinkefinger“ Roque Nublo noch zu erwandern und im Sonnenuntergangslicht, den Blick über die Insel zu erleben.

So richtig Lust auf die Serpentinenrückfahrt haben wir nicht und beschließen das Unglaubliche wahr zu machen. Wir lassen unser Boot eine Nacht allein, fahren zurück nach Tejeda und versuchen unser Glück im einzigen Hotel weit und breit. Wie in einer Rosalinde Pulcher 🤔 Schmonzette kommen wir kurz vor Schließung der Rezeption, erwischen das letzte Doppelzimmer, und bekommen die anklagende Information dass es sich um ein double bed handelt. Dass wir kein Gepäck dabei haben, macht uns nicht sympathischer und das wir am nächsten Morgen im „Essensraum“ immer noch die gleiche Kleidung vom Vorabend tragen, macht das Frühstück zum Spießrutenlauf. Ein ehrenwertes Hotel und absolut zu empfehlen – wirklich! (Natürlich überziehe ich gern ein bisschen, die beiden Ladys waren sehr nett und hilfsbereit- und haben uns sogar mit Ladestationen fürs Handy ausgeholfen.)

Durch die Übernachtung in den Bergen haben wir am nächsten Tag viel Zeit gewonnen. Wir fahren weiter an die Küste, in den Bergen sind Wolken aufgezogen und die tollen Weitblicke vom letzten Tag sind passé.

Viele Küstenorte mit Hotelburgen sind eher abschreckend, in Puerto Mogàn haben wir unglaublich Pech, es ist nicht nur Markttag sondern auch noch Black Friday. Wir ertragen „das kleine Venedig von Gran Canaria“ nur ganz kurze Zeit, aber trotz der geschätzten Million Menschen und hunderten Ramschmarktbuden können wir erahnen, dass dieser Ort ein kleines Juwel ist und wir nehmen uns fest vor wiederzukommen, an einem stinknormalen Wochentag.

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eiter geht es nach Arguineguín. Kaum auszusprechen, erst recht wenn man den Mund voll hat. Den haben wir hier und zwar voller Genuss. Den besten Fisch außerhalb unseres Grills findet man in der Cofradia de pescadores. Das Warten auf einen freien Tisch lohnt. Endlich kosten wir von dem schon oft bewunderten roten Riesen- Glubschaugen-Fisch, dem Fula de altura. Sooo lecker. Gut gesättigt klettern wir noch schnell auf die Dünen von Maspalomas, hat uns aber nicht so vom Hocker gerissen und wir düsen schnell weiter, zurück nach Las Palmas.

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in paar Worte zum Hafen.

Eine spannende Atmosphäre für Aufbrechende, Abwartende, Hängengebliebene, Suchende… überall Schwarze Bretter mit zig Anzeigen, in denen passionierte Segler ohne Boot Mitfahrgelegenheiten suchen, ganze Familien, die um die Welt reisen wollen, Tramper, „moderne Nomaden“ mit offenem Ziel. Die Steckbriefe und Angebote erzählen spannende Geschichten.

Auf den Stegen geht die Post ab. Typische Segler, also die gemäß Matthias Frühzubettgeher und Frühaufsteher sind, findet man hier selten. Da muss man dann schon mal morgens um fünf Uhr ein Machtwort sprechen, wenn man selbst noch zwei Stunden schlafen will und alle anderen Party feiern und die Nacht zum Tag machen. Ach wär man selbst mal noch so unbeschwert.

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