Kanarische Hafen-Comedy

Kanarische Hafen-Comedy

Ich schreibe aus Corralejo, Fuerteventura, was an ein Wunder grenzt.

Also: wie im letzten Blog beschrieben, hatten wir ja die Anmeldeprozedur inklusive der tausend Formulare hinter uns gebracht – ohne jegliche Erfolgsbestätigung. Also versuchten wir telefonisch herauszufinden, ob wir einen Hafenplatz hätten, oder nicht. Der einzige der in Corralejo Hafen arbeitet ist der Herr Fax – der quietscht aber nur. Die übergeordnete Behörde – Puertos Canarios ging zwar ans Telefon, verneinte aber jegliche Englischkenntnisse, legte entweder auf, packte uns in die Warteschleife oder ließ uns sonstwie verhungern. Das Ganze ging solange bis wir Diego in der Leitung hatten. Er sprach englisch und zu unserer größten Überraschung verstand er seinen Job auch noch als Dienstleistung für Hafenplatzsuchende. Eine halbe Stunde später teilte er uns mit, dass wir einen Hafenplatz für zwei Nächte sicher hätten. Die Bestätigungsemail kündigte er zwar an, aber das Abschicken verschlief er wohl während seiner Siesta. Das war schade, denn als wir bei Starkwind im Hafen einfuhren, brüllte uns der Hafenmeister vom Steg aus an: Full, Full ! Und bedeutete uns, dass wir vor dem Hafen ankern sollen, Standby bleiben, und wir würden informiert werden. Wir warteten bis kurz vor Dunkelheit brav vor der Funke, dann fing Matthias an, sich dem Starkwind anzupasssen und stellte seine Tonart im Funkverkehr auf ruppig um, und wir bekamen den besten Platz im Hafen. Der Anleger klappte mit Hilfe zweier völlig bekiffter Securityguards problemlos und unter großer Heiterkeit. Was für ein Glück, in der Nacht frischte es auf Windstärke 8 auf und wir waren heilfroh dass wir nicht wie viele andere vor Anker liegen mussten. Der nächste Morgen im Büro des Hafenmeisters lies uns alles vergessen. Nachdem er ein bisschen gebauchpinselt wurde, entrang er sich ein Lächeln und beschenkte uns mit weiteren drei Nächten zu einem Traumpreis. Wie wir später feststellten, ist er auch noch der Dorfpolizist und einer der Securityguards, sozusagen der Hafenwachtmeister. Am nächsten Tag wurde uns dann leider ein anderer Platz zugewiesen, wir sind dem Wind und allem anderen Übel (Taxibooten, Jetskis etc.) ausgesetzt aber immerhin, der Platz ist sowas von sicher gegen Unbefugte – der Schwimmsteg ist eine Schleuderplattform, der fast jeden, der ihn betritt ins Wasser bugsiert, beinahe auch uns.

Die Stadt lebt von Bilderbuch-Surfern und dicken sonnenverbrannten Engländern – die Kontraste die wir so mögen. Völlig entschädigt wurden wir dann von diesem herzigen Ort mit zahlreichen gemütlich Bars, Cafés, Restaurants. Und in einem von diesen entdeckten uns dann Kathja und Sven, die uns seit Gibraltar immer wieder für spektakulär kurzweilige und feuchtfröhliche Abende über den Weg laufen.

( übrigens, falls es jemanden aufgefallen ist: wie immer, jede neue Insel erwartet uns mit Problemen und Wind; aller Anfang ist schwer und dann geht es nur noch aufwärts; soooo: Never give up !)

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