Strasse von Gibraltar – jetzt wird es ernst


Strasse von Gibraltar 🇬🇮 Wir fahren Richtung Gibraltar und kaum haben wir den Bug in die Meerenge zwischen Afrika und Europa gesteckt, bläst uns auch schon das volle Orchester highspeed um den Affenfelsen, den südlichsten Punkt Europas herum. Wir finden Zuflucht in der Bucht von Gibraltar, zwischen den Welten. Hier kommen Afrika und Europa sich sehr nahe, Atlantik und Mittelmeer treffen aufeinander, mehrmals spazieren wir von Spanien nach Gibraltar (seit 300 Jahren zu Grossbritannien gehörig) , Schengen ist weit weg, Warteschlangen und Passkontrollen erwarten uns bevor wir die Landebahn des Militärflughafens, die gleichzeitig auch die Grenze markiert, überqueren. 


Start ins Blauwassersegeln – jetzt wird es ernst
Der Ernst fängt erstmal mit warten an, gemeinsam Warten, kann ungeahnt schöne Aspekte haben. Niemals haben wir so eine Gemeinschaft in einem Hafen erlebt. Normalerweise klüngelt jeder so im Hafen vor sich hin, ankommen und absegeln, mal ein kurzer Blick auf ein schönes Boot, interessiertes Zukucken, wenn Charter versuchen festzumachen – eher selten ein ins Gespräch kommen. Hier das komplette, viel schönere gegenteil. Hier dominieren die Windräder, die Windsteueranlagen, die Solarpanels, die Dinghis an der Davits und viel wichtiger, hier kommt man in Kontakt. Alle haben den selben Traum und alle sind gerade dabei ihn zu verwirklichen. Man tauscht sich auch, man bestaunt und wertschätzt die Boote der anderen, man gibt sich Tipps, holt sich Rat und man wartet…. Man wartet auf ein gutes Zeitfenster für die Ãœberfahrt auf die Kanaren und das Warten macht in so einer Gemeinschaft Spass. 


Wir checken schnell die Stadt aus, finden Essbares, der Supermarkt liefert bis zum Boot und auf dem Steg treffen wir auf Kathja und Sven, die wir im Januar auf dem Blauwasserseminar in Düssedorf kennengelernt hatten. Damals ganz flüchtig, aber auf Anhieb symphatisch, bedauert, dass wir keine Adressen ausgetauscht hatten, laufen wir uns hier im Hafen über den Weg. Die lose Bekanntschaft wird bei einem langen Abend vertieft, leider legen die beiden schon am nächsten Morgen ab, wir hoffen, dass wir uns nochmal über den Weg segeln. 

Wir warten weiter… keine Lust auf hohe Welle, keinen Spass an zu wenig Wind… harren wir aus und befragen jeden Tag erneut die Wetterkarte und den Wettergott. Mit uns warten eine Schweizer Familie mit zwei kleinen Kindern, mit denen wir schöne Stunden verbringen. André und Eva-Maria planen mit der fünfjährigen Jaël und der eineinhalb Jahre alten Amina zwei Jahre auf den Weltmeeren zu segeln. Bewundernswert. 

Mittlerweile haben wir auch unseren Zeitpunkt für die Weiterfahrt gefunden, und geniessen das schöne klare Wetter um doch noch den Affenfelsen in Gibraltar zu besuchen, sicher nicht wegen der Affen – sondern wegen des faszinierenden Ausblicks. Nirgendwo sonst sieht man wie Mittelmeer und Atlantik sich begegnen.

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