Sardinien wird nicht unsere Freundin!

Sardinien wird nicht unsere Freundin ?

Wir versuchen wirklich unsere Vorurteile zu vergessen. Schon einige Male haben wir einen Abstecher nach Sardinien gewagt, um dann doch, nach höchstens 24 Stunden den Weg zurück nach Ile de la Beauté – die Insel der Schönheit- Korsika zu nehmen. Auch diesmal fiel der Abschied von Korsika schwer, bzw. wir haben ihn uns richtig schwer gemacht. Letzte Station, Campomoro, wunderschöne Bucht mit einer Garagen-poissonnerie, etwas versteckt, eine Omi, die uns wieder erkennt und uns gerne wieder zwei Langusten verkauft, diesmal bekommen sie keinen Namen, wir sprechen von „unseren Kollegen“ voller Hochachtung. Wie uns die Omi schon beim ersten Besuch erklärt hat, wiederholen wir gemäß ihrer Anweisung das Procedere: Kollegen in den Kühlschrank, damit sie sediert sind, rausholen, Hackebeil bereit, halbieren, auf den Grill, genießen. 


Am nächsten Morgen gehts Richtung Sardinien, laut einschlägiger Literatur: die Karibik Europas. Von der Karibik kriegen wir erstmal gar nichts mit. Bei drei Meter hohen Wellen und Geziehe an den Gedärmen kämpfen wir uns durch. Keine Möglichkeit eine ruhige geschützte Bucht zu finden… endlich ein Lichtblick, hinter einem großen Felsen soll ein kleiner Ankerplatz sein. Aus dem Lichtblick wird die Weiterfahrt in die Dunkelheit – da bei der Welle, die trotz allem noch um die Bucht herumkommt, die Nacht zur Tortur werden würde. Am Ende des Tages, bei Vollmondschein finden wir schlussendlich unser Plätzchen für die Nacht. Nur eine knappe Seemeile weg von der tobenden See, ankern wir in komplett ruhigem Wasser unter einer steilen Felswand.
Guten Morgen Sardinien. Wer kommt hier noch raus, Zone A, Zone B, Zone C, mal ist Ankern erlaubt aber nicht angeln, mal nur Segeln ohne Motor, mal weniger als 10 Knoten mit Motor , manche richten sich danach manche nicht, wo fängt die Zone an, oder ist alles Grauzone? Die wird aber nicht im Hafenführer beschrieben!


Wir verlassen jedenfalls unseren Ankerplatz und machen uns auf die Suche nach einer anderen Bucht und einer ersten positiven sardischen Erfahrung.
In der Bucht Porto Conte gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Da wir auch Vorräte auffüllen müssen, entscheiden wir uns für die größere Marina. Wir landen an, die korsische Freundlichkeit gibt es auf Sardinien wohl nicht, vielleicht liegt es auch an den mangelnden Sprachkenntnissen. Die Richtung zum Supermarkt verstehen wir, dass der sardische Hafenchef sogar für zwei Stunden Beiboot festmachen, Geld sehen will, verstehen wir auch, oder auch nicht – wir suchen sofort das Weite!

Die nächste Bucht kommt der Karibik schon viel näher. Gemütliche Atmosphäre, klitzekleiner Sandstrand und beim Anlanden stellen wir fest, dass es eine coole kleine Beachbar gibt – das Bier ist kalt, die Leute sind nett. Sardinien bekommt noch eine Chance.

Am nächsten Tag fahren wir eine Bucht weiter, wir sind gespannt auf Alghero. Auch hier gefällt uns wieder das Untypische. Alghero, eine spanische Stadt auf Sardinien. Verträumte Altstadt, schöne kühle Gassen, eine Markthalle und abends Paella. Abends vor Anker hören und sehen wir die typisch spanische Lebensfreude gepaart mit dem italienischen Dolce Vita. Tags darauf finden wir gegenüber ein ruhigeres Plätzchen bei Fertilia . Der Ort wurde während der faschistischen Mussolina Ära gegründet. Sieht auch genauso aus und trotzdem fühlen wir uns das erste mal irgendwie wohl auf Sardinien. Kaum Touristen, die Einheimischen sind sehr nett und zuvorkommend, im Hafen werden wir herzlich begrüßt, wir finden alles was wir brauchen und auf dem Rückweg entdecken wir ein Kleinod von Restaurant. Wir sind gespannt auf heute Abend. Reservierung ist getan. Das Restaurant inklusive einer chilligen Lounge, befindet sich am Ende des Hafens in einer Flussmündung , wo auf alten Steinbrücken , Fliegenfischer den Tag ausklingen lassen. Wir freuen uns auf den Aperitivo.sa

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